Unser Land

Tag der Autonomie

Am heutigen Samstag, den 5. September 2026, treffen sich Staatspräsident der Italienischen Republik Sergio Mattarella und Bundespräsident der Republik Österreich Alexander Van der Bellen zu einem Empfang bezüglich des Tages der Autonomie im Kurhaus in Meran.

Ein Feiern der Autonomie wirkt etwas scheinheilig, wenn man die hochgepriesene Autonomiereform ins Auge fasst und sieht, dass vier wesentliche Punkte des Autonomiepaketes abgeändert bzw. aufgeweicht wurden:

  • Maßnahme 50: Die vierjährige Ansässigkeitsklausel für das Wahlrecht wurde von vier auf zwei Jahre verkürzt.
  • Maßnahme 72: Die deutsche Bezeichnung der Region wurde mit der faschistischen Bezeichnung „Alto Adige“ erweitert.
  • Maßnahme 87: Die Vertretung der italienischen Sprachgruppe in den Gemeindeausschüssen wurde nicht nur garantiert, sondern ist jetzt überproportional möglich.
  • Maßnahme 111: Der Senatswahlkreis Bozen-Unterland soll zu Vorteilen der italienischen Rechten geteilt werden, um einen italienischen Senator zu garantieren.

Diese Abänderungen der vier Paketmaßnahmen sind einschneidende Rückschläge für die Existenzsicherung unserer Minderheit in einem Zentralstaat. Sie sind eine Säule unserer Autonomie und der Garant zur Sicherung der Deutschen und Ladinischen Volksgruppe.

Hier stellt sich die Frage, was und um welchen Preis unsere Politiker verhandelt haben.

Man müsse in einer Verhandlung immer Kompromisse eingehen, heißt es. Jedoch ist die Autonomie ein hart erkämpftes und erarbeitetes Modell, das kompromisslos sein muss.

Ebenso ist es fast schon beängstigend, wie die hohe Politik versucht, die Bevölkerung an der Nase herumzuführen. Es wurde behauptet, dass der Antrag von Alessandro Urzì überraschend kam und sie nun alles in ihrer Macht Mögliche unternehmen werde, dies zu verhindern.

Anzumerken ist, dass Urzì selbst in einer Aussendung davon sprach, dass es bereits im Vorfeld einen Austausch mit der SVP-Spitze gegeben habe.

Der Wandel der SVP wäre wahrscheinlich nicht zustande gekommen, wenn das Unterland klein beigegeben hätte. Sich als politische Vertreter einer Minderheit so zu verhalten, ist für unser Land und unsere Zukunft sehr gefährlich und inakzeptabel.

Zurück nach Meran. Was die zwei Staatsoberhäupter zu feiern haben, ist fraglich, da Italien schleichend immer nur von unserer Autonomie genommen hat und Österreich als unsere Schutzmacht sich gegen die vorher genannten Punkte hätte aussprechen sollen.

Vielleicht feiern sie ja ihr gegenseitiges Machtspiel auf unsere Kosten als Minderheit und die gebückte Haltung der Südtiroler Landesregierung.

Die letzten Entwicklungen zeigen, dass die Koalition der Landesregierung mit den Postfaschisten, den „Brüdern Italiens“, nicht tragbar und zu beenden ist.

Wir als Schützenbezirk Burggrafenamt-Passeier tolerieren keinen Kuhhandel auf Kosten der Südtiroler Bevölkerung und fordern von den politischen Vertretern Haltung, Konsequenz und eine gerade Linie, denn die rote Linie der Landesregierung wurde bereits weit überschritten.

Für den Schützenbezirk Burggrafenamt/Passeier
Bezirksmajor Hannes Holzner

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